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Startseite > Kommunalwahlen > Pressemitteilungen

Frauenanteil in Kommunalparlamenten weiter gestiegen
Auswertung der Kommunalwahlen 2009

25 / 12.08.2009

Frauen sind in der Kommunalpolitik weiter auf dem Vormarsch. Dies spiegelt sich in den Ergebnissen der Kommunalwahlen vom 7. Juni 2009 wider. Eine Analyse des Statistischen Landesamtes in Bad Ems zeigt aber auch, dass diese positive Entwicklung auf den verschiedenen kommunalen Ebenen und regional unterschiedlich verläuft.

Von den insgesamt 33.038 Mandaten, die bei diesen Wahlen zu besetzen waren, entfallen 5.561 bzw. 16,8 Prozent auf Frauen. Damit sind Frauen zwar weiterhin deutlich unterrepräsentiert. »Dennoch ist in den vergangenen 15 Jahren eine positive Entwicklung zu beobachten«, so Landeswahlleiter Jörg Berres. »Gegenüber 1994 ist der Frauenanteil um 4,1 Prozentpunkte gestiegen.«

Mehr weibliche Mandatsträger in den Orts- und verbandsfreien Gemeinden

In den 2.294 Gemeinde- und Stadträten (ohne kreisfreie Städte) ist der Anteil der Mandatsträgerinnen seit 1994 kontinuierlich auf nunmehr 16 Prozent gestiegen. In allen Landkreisen hat sich der durchschnittliche Frauenanteil in den Gemeinde- und Stadträten seit 1994 erhöht. Der Rhein-Pfalz-Kreis weist derzeit mit 26,8 Prozent den höchsten durchschnittlichen Frauenanteil auf, gefolgt von den Räten in den Landkreisen Mainz-Bingen (22,9 Prozent) und Alzey-Worms (20,4 Prozent). Lediglich im Landkreis Vulkaneifel liegt der Anteil der Mandatsträgerinnen im einstelligen Bereich (8,8 Prozent).

Frauenanteil in den kleinen Gemeinden erstmals über zehn Prozent

Für die 1.337 kleineren Gemeinden, in denen die Räte durch Mehrheitswahl gewählt wurden, ist eine bemerkenswerte Entwicklung festzuhalten: Während der Frauenanteil in diesen Gemeinderäten im Jahr 1994 bei lediglich 5,7 Prozent lag, erreichte er bei der zurückliegenden Wahl 12,1 Prozent. Verglichen mit dieser Entwicklung ist der Frauenanteil in den Parlamenten, die durch Verhältniswahl gewählt wurden, von 15,8 Prozent im Jahr 1994 auf nunmehr 19,3 Prozent weniger stark gestiegen.

Entwicklung in den Verbandsgemeinderäten regional sehr unterschiedlich

In den 163 Verbandsgemeinderäten ist der Anteil weiblicher Mandatsträger geringfügig höher als in den Gemeinde- und Stadträten; der Anstieg fiel bei den zurückliegenden Wahlen jedoch weniger stark aus. Aktuell sind in den Verbandsgemeinderäten 17,9 Prozent der Mandate von Frauen besetzt, wobei die Anteile zwischen 26,5 Prozent im Rhein-Pfalz-Kreises und 10,5 Prozent im Landkreis Südwestpfalz streuen.

Die Entwicklung ist sehr unterschiedlich: Die Verbandsgemeinderäte des Landkreises Bernkastel-Wittlich haben mit einem Anstieg um 10,3 Prozentpunkte gegenüber der Wahl von 1994 den kräftigsten Zuwachs zu verzeichnen; der Frauenanteil in den Verbandsgemeinderäten des Landkreises Vulkaneifel liegt mit 11,9 Prozent derzeit 5 Prozentpunkte niedriger als 1994.

Frauenanteil in den Stadträten der kreisfreien Städte wieder gestiegen

Den mit Abstand höchsten Frauenanteil haben die Stadträte der kreisfreien Städte. Er liegt aktuell - nach einem zwischenzeitlichen Rückgang - mit 32,7 Prozent wieder auf dem Niveau von 1994. In den Räten der Städte Trier (42,9 Prozent), Mainz (36,7 Prozent) und Kaiserslautern (36,5 Prozent) ist der Anteil weiblicher Mandatsträger am höchsten. Im Mainzer Stadtrat konnte der Frauenanteil nach dem deutlichen Rückgang im Jahr 2004 (minus 13,4 Prozentpunkte) nun wieder um 8,4 Prozentpunkte zulegen; das Niveau von 1994 wurde allerdings nicht wieder erreicht.

Weniger Frauen in die Kreistage gewählt

Mit 23 Prozent ist der Frauenanteil in den Kreistagen auf das Niveau von 1994 zurückgefallen. In den Kreistagen von Mainz-Bingen (38 Prozent), des Rhein-Pfalz-Kreises (32,6 Prozent) und des Landkreises Neuwied (30 Prozent) sind die Frauenanteile am höchsten. Die auffälligste Entwicklung ist im Landkreis Südwestpfalz zu beobachten: Während 1994 nur 7,1 Prozent der Mandatsträger weiblich waren, sind es seit 2004 mehr als ein Viertel (26,2 Prozent).

Frauenanteil nach Parteien

Nicht zuletzt bedingt durch die Frauenquote ist der Anteil von Mandatsträgerinnen bei den GRÜNEN am höchsten. Anders als bei SPD, CDU und FDP ist ihr Frauenanteil jedoch niedriger als bei den Wahlen 1994. Nach den GRÜNEN (36,1 Prozent) weist die SPD den zweithöchsten Frauenanteil auf (23 Prozent). Die CDU hat 19,5 Prozent der Mandate mit Frauen besetzt, bei der FDP sind es 16,3 Prozent.

Die Anteile weiblicher Mandatsträger entwickelten sich innerhalb der Parteien je nach kommunaler Ebene sehr unterschiedlich. Verglichen mit dem Jahr 1994 haben sowohl die CDU als auch die FDP in den Räten auf sämtlichen Ebenen einen Anstieg des Frauenanteils zu verzeichnen. Die SPD konnte gegenüber 1994 in den Gemeinde- und Stadträten (ohne kreisfreie Städte) sowie in den Verbandsgemeinderäten ihren Anteil weiblicher Mandatsträger erhöhen; in den Stadträten der kreisfreien Städte und in den Kreistagen ist der Anteil dagegen gesunken. Der Frauenanteil der GRÜNEN ist in den Verbandsgemeinderäten gestiegen, auf allen anderen kommunalen Ebenen gesunken.

Die Angaben entstammen dem landesweiten rheinland-pfälzischen Wahlverfahren. Hier wurden erstmals in einem eigenen Modul die Angaben zu den Kandidaten von den Wahlleitern der einzelnen Kommunen abgelegt.

Autor: Julia König (Referat Analysen und Prognosen)

 

Frauen in Kommunalparlamenten 1994 bis 2009 nach Parteien und kommunaler Ebene

Partei

Durchschnittlicher Anteil weiblicher Mandatsträger

Veränderung 2009 zu 1994

Veränderung 2009 zu 2004

1994

1999

2004

2009

%

%-Punkte

Gemeinde-/Stadträte (ohne kreisfreie Städte)

SPD

18,6

20,4

21,9

23,2

4,6

1,3

CDU

14,9

17,4

18,3

19,4

4,5

1,1

FDP

12,2

12,6

15,8

14,7

2,5

-1,1

GRÜNE

35,0

32,5

32,4

31,1

-3,9

-1,3

Verbandsgemeinderäte

SPD

19,1

19,9

20,8

20,6

1,5

-0,2

CDU

13,3

16,4

17,7

17,3

4,0

-0,4

FDP

7,1

9,3

13,6

15,3

8,2

1,7

GRÜNE

33,2

35,9

33,1

34,3

1,1

1,2

Stadträte der kreisfreien Städte

SPD

40,4

34,2

34,5

33,1

-7,3

-1,4

CDU

24,9

28,0

32,7

35,6

10,7

2,9

FDP

16,7

18,8

15,2

26,0

9,3

10,8

GRÜNE

54,2

50,0

42,3

48,4

-5,8

6,1

Kreistage

SPD

26,8

29,5

28,9

25,8

-1,0

-3,1

CDU

17,6

23,2

22,9

22,2

4,6

-0,7

FDP

14,6

23,3

22,7

21,1

6,5

-1,6

GRÜNE

48,2

49,0

41,8

43,8

-4,4

2,0

 

Frauenanteile in Kommunalparlamenten 1994 bis 2009 nach kommunaler Ebene und Gebietskörperschaften in %

Kreisfreie Stadt Landkreis

Stadtund Gemeinderäte

Verbandsgemeinderäte

Kreistage

1994

1999

2004

2009

1994

1999

2004

2009

1994

1999

2004

2009

kreisfreie Städte

Frankenthal

34,1

29,5

27,3

31,8

x

x

x

x

x

x

x

x

Kaiserslautern

32,1

30,8

30,8

36,5

x

x

x

x

x

x

x

x

Koblenz

33,9

26,8

35,7

32,1

x

x

x

x

x

x

x

x

Landau

27,5

25,0

27,3

29,5

x

x

x

x

x

x

x

x

Ludwigshafen

36,7

36,7

40,0

31,7

x

x

x

x

x

x

x

x

Mainz

41,7

41,7

28,3

36,7

x

x

x

x

x

x

x

x

Neustadt

29,5

31,8

31,8

31,8

x

x

x

x

x

x

x

x

Pirmasens

31,8

29,5

29,5

27,3

x

x

x

x

x

x

x

x

Speyer

22,7

22,7

27,3

31,8

x

x

x

x

x

x

x

x

Trier

34,6

32,7

36,5

42,9

x

x

x

x

x

x

x

x

Worms

33,3

34,6

34,6

28,8

x

x

x

x

x

x

x

x

Zweibrücken

27,5

27,5

27,5

27,5

x

x

x

x

x

x

x

x

Landkreise

Ahrweiler

9,3

12,0

12,7

14,4

12,9

11,2

12,9

18,1

26,2

28,3

23,9

23,9

Altenkirchen (Ww.)

9,8

12,1

16,5

17,2

16,9

16,9

21,0

21,0

19,6

26,1

21,7

19,6

Alzey-Worms

16,1

18,5

20,4

20,4

17,0

23,3

20,1

19,6

26,2

28,6

26,1

23,9

Bad Dürkheim

18,0

17,6

18,6

19,8

17,9

15,1

17,0

18,9

28,3

32,6

23,9

23,9

Bad Kreuznach

11,5

14,5

17,4

15,7

12,1

15,6

16,5

18,3

18,0

22,0

20,0

18,0

Bernkastel-Wittlich

10,0

12,6

12,8

13,8

10,8

16,8

19,5

21,1

28,6

26,2

33,3

23,8

Birkenfeld

6,4

8,9

9,1

12,0

12,1

10,0

15,0

13,3

14,3

28,6

28,6

26,2

Cochem-Zell

7,7

9,4

10,8

10,3

13,6

16,4

18,6

17,4

21,1

21,1

13,2

21,1

Donnersbergkreis

10,2

13,6

14,6

14,4

13,3

16,9

16,9

15,1

18,4

18,4

18,4

21,1

Eifelkreis Bitburg-Prüm

6,5

10,6

9,7

10,9

16,3

15,3

17,0

16,0

21,4

26,2

26,2

23,8

Germersheim

17,0

17,0

16,7

19,3

10,7

16,5

15,8

13,9

21,4

26,2

26,2

13,0

Kaiserslautern

14,0

17,5

17,5

18,4

13,0

13,0

13,8

17,5

26,2

21,4

23,8

26,2

Kusel

9,2

9,4

10,6

14,8

19,7

12,8

14,4

17,4

18,4

21,4

15,8

13,2

Mainz-Bingen

19,3

20,2

21,7

22,9

20,4

19,7

22,1

25,4

36,0

40,0

40,0

38,0

Mayen-Koblenz

14,5

15,6

17,9

17,6

18,3

23,0

20,7

20,7

18,0

20,0

22,0

20,0

Neuwied

15,5

14,8

17,8

17,6

15,4

16,1

19,6

17,4

22,0

30,0

24,0

30,0

Rhein-Hunsrück-Kreis

6,8

8,2

10,2

12,7

14,8

14,8

18,5

16,7

28,6

33,3

28,6

19,0

Rhein-Lahn-Kreis

10,6

12,3

14,4

16,2

14,0

16,2

17,5

14,5

21,4

17,4

23,9

21,7

Rhein-Pfalz-Kreis

20,3

24,4

25,6

26,8

25,0

18,2

19,7

26,5

28,3

26,1

23,9

32,6

Südl. Weinstraße

12,1

14,8

17,0

19,3

15,5

18,8

18,3

19,7

23,8

26,2

19,0

16,7

Südwestpfalz

10,0

11,4

10,1

14,4

11,4

11,4

12,7

10,5

7,1

14,3

26,2

26,2

Trier-Saarburg

10,4

12,2

16,2

17,7

11,0

19,4

20,3

17,4

26,1

23,9

19,6

21,7

Vulkaneifel

6,7

8,4

9,0

8,8

16,9

15,4

16,9

11,9

21,1

23,7

26,3

26,3

Westerwaldkreis

12,4

13,6

15,9

17,7

20,3

19,5

16,8

17,6

28,0

30,0

30,0

20,0