Direkt zur Navigation springen [Alt/Ctr+1] Direkt zum Inhalt springen [Alt/Ctr+2]
Schrift: größer | kleiner | Druckansicht
 
Logo: Landeswahlleiter - Zur�ck zur Startseite wahlen.rlp.de
  • Landtagswahl
  • Kommunal- und Verwaltungsreform
  • Kommunalwahlen
  • Bundestagswahl
  • Europawahl
    • Pressemitteilungen
    • Bekanntmachungen
    • Informationen und Vordrucke
    • Wahlergebnisse
  • Login für Verwaltungen
  • Newsletter abonnieren
  • Links
  • Kontakt
  • Anfahrtsbeschreibung
  • Impressum
  • Rechtshinweise
  • Sitemap
Startseite > Europawahl > Pressemitteilungen

Europawahl 2009
Niedrige Wahlbeteiligung, hoher Briefwähleranteil
Große Parteien verlieren auch in ihren Hochburgen

15 / 08.06.2009

Noch in der Wahlnacht hat das Statistische Landesamt in Bad Ems das Ergebnis der Europawahl analysiert. Dabei wurden das Abschneiden der Parteien unter anderem nach regionalen und sozio-demografischen Merkmalen untersucht.

Die Wahlbeteiligung sinkt in Rheinland-Pfalz im Vergleich zur Europawahl 2004 um 2,7 Prozentpunkte auf 55,6 Prozent. Dennoch erreicht Rheinland-Pfalz hinter dem Saarland (58,6 Prozent) die zweithöchste Wahlbeteiligung unter allen Bundesländern (Deutschland: 43,3 Prozent).

Nie zuvor war das Wahlinteresse bei einer Europawahl in Rheinland-Pfalz so gering. Insgesamt gab es 3,1 Millionen Wahlberechtigte. Trotz der gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahl haben an diesem Wahlsonntag nur 1,73 Millionen von ihrem demokratischen Grundrecht auf Stimmabgabe Gebrauch gemacht.

Besonders viele Wählerinnen und Wähler haben bei dieser Europawahl per Briefwahl abgestimmt. Es waren 29 Prozent aller Wählerinnen und Wähler und damit rund acht Prozentpunkte mehr als bei der Europawahl 2004.

Die CDU ist auch bei dieser Europawahl stärkste Partei. Mit 660.158 Stimmen verliert sie gegenüber 2004 jedoch 149.179 Stimmen (minus 18,4 Prozent) und erreicht einen Stimmenanteil von 39,9 Prozent, das sind 7,5 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2004.

Die Christdemokraten sind auch bei dieser Wahl in Gebieten mit einem hohen Katholikenanteil besonders stark. Dort liegen sie um 7,2 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis. Sie verlieren hier aber Stimmenanteile, und zwar mit minus 8,5 Prozentpunkten sogar mehr als im Landesdurchschnitt.

Regional erzielt die CDU im nördlichen Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Ergebnisse. Die höchsten Stimmenanteile für die CDU gibt es im Landkreis Cochem-Zell (54,3 Prozent), den niedrigsten im Landkreis Kusel (27,5 Prozent).

In ihren Hochburgen erzielt die CDU 52 Prozent der Stimmen (12,1 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis). Gegenüber der Europawahl 2004 verliert sie dort 9,4 Prozentpunkte und damit sogar stärker als in den Hochburgen aller anderen Parteien.

Die SPD erringt in Rheinland-Pfalz 425.887 der insgesamt 1,66 Millionen abgegebenen gültigen Stimmen. Das sind 13.457 Stimmen weniger als vor fünf Jahren (minus 3,1 Prozent). Aufgrund der gesunkenen Wahlbeteiligung erreicht die Partei damit dennoch - wie bereits bei der letzten Europawahl - einen Stimmenanteil von 25,7 Prozent.

Erneut ist die SPD stark in Regionen mit einem hohen Bevölkerungsanteil an evangelischen Kirchenangehörigen (5,2 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt). Darüber hinaus erzielt sie ein überdurchschnittliches Ergebnis in Gebieten mit höherer Arbeitslosigkeit (2,4 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt).

Bei der regionalen Betrachtung erzielt die SPD ihr höchstes Ergebnis im Landkreis Kusel (36,2 Prozent), den niedrigsten Stimmenanteil im Landkreis Ahrweiler (17,2 Prozent).

In ihren Hochburgen erzielt die SPD 34,3 Prozent der Stimmen (8,6 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis). Sie verliert dort gegenüber der vorangegangenen Europawahl 0,2 Prozentpunkte.

Die GRÜNEN erhalten bei dieser Wahl in Rheinland-Pfalz rund 157.959 Stimmen (gegen-
über 2004: plus 3.234 bzw. 2,1 Prozent). Ihr Stimmenanteil steigt um 0,4 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent.

Ihre besten Ergebnisse erreichen die GRÜNEN in den Universitätsstädten Mainz (20,3 Prozent), Trier (18,4 Prozent) und Landau in der Pfalz (15,7 Prozent). Den niedrigsten Stimmenanteil erzielen sie im Landkreis Cochem-Zell (5,6 Prozent). In den Hochburgen der anderen Parteien gewinnen die GRÜNEN ungefähr in der Höhe des Landestrends.

Die FDP erhält bei dieser Wahl in Rheinland-Pfalz 184.582 Stimmen. Das sind 73.631 mehr als 2004. Ihr Stimmenanteil wächst um 4,6 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. Am stärksten verbesserte sich die FDP in den CDU-Hochburgen (plus 5,7 Prozentpunkte).

Ihr mit Abstand bestes Ergebnis erzielt die FDP im Landkreis Vulkaneifel (14 Prozent), die schlechtesten in den Landkreisen Kaiserslautern und Kusel (jeweils 8,8 Prozent) sowie in Ludwigshafen (neun Prozent).

DIE LINKE tritt das erste Mal bei einer Europawahl an und erreicht 57.445 Stimmen. Ihr Stimmenanteil beträgt 3,5 Prozent.

Im Vergleich zu ihrem Landesergebnis schneidet DIE LINKE vor allem in Gebieten mit höherer Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich ab (0,6 Prozentpunkte über dem Landesergebnis). Es gibt einen ausgeprägten positiven statistischen Zusammenhang zwischen dem Stimmenanteil der Linkspartei und dem der SPD. Das heißt, die regionalen Schwerpunkte der Partei DIE LINKE sind überwiegend dort zu finden, wo traditionell die SPD viele Wählerstimmen erringt.

Die höchsten Stimmenanteile erhält DIE LINKE im Landkreis Kusel (7,2 Prozent) sowie in Zweibrücken (6,9 Prozent), die niedrigsten im Landkreis Cochem-Zell (2,2 Prozent).

Die Langfassung der Untersuchung »Europawahl am 7. Juni 2009 - Teil 1: Analyse der Ergebnisse in der Wahlnacht« steht als PDF-Datei (1.296 kB) unter www.statistik.rlp.de im Themenbereich »Analysen und Prognosen«.