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Bundestagswahl 2009
Erste Analyse des vorläufigen rheinland-pfälzischen Endergebnisses

37 / 28.09.2009

Noch in der Wahlnacht hat das Statistische Landesamt in Bad Ems das Ergebnis der Bundestagswahl analysiert. Dabei wurden das Abschneiden der Parteien unter anderem nach regionalen und sozio-demografischen Merkmalen untersucht.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009 entfallen in Rheinland-Pfalz auf die CDU 35 Prozent, auf die SPD 23,8 Prozent, auf die FDP 16,6 Prozent, auf die GRÜNEN 9,7 Prozent und auf die Partei DIE LINKE 9,4 Prozent der gültigen Stimmen; die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 5,6 Prozent.

Nach der vorläufigen Sitzverteilung können insgesamt 32 rheinland-pfälzische Abgeordnete in den Deutschen Bundestag einziehen, davon 15 Bewerberinnen und Bewerber über ein Direktmandat (einschließlich zwei Überhangmandate) sowie 17 über die Landeslisten. Das ist ein rheinland-pfälzischer Sitz mehr als bei der Bundestagswahl im Jahr 2005.

Die Wahlbeteiligung ist in Rheinland-Pfalz um 6,7 Prozentpunkte auf 72 Prozent gesunken. Die rheinland-pfälzische Wahlbeteiligung ist traditionell höher als die bundesdurchschnittliche; bei dieser Wahl liegt sie 1,2 Prozentpunkte über dem Bundeswert (70,8 Prozent). Im Vergleich der Bundesländer nimmt Rheinland-Pfalz beim Wahlinteresse der Bürgerinnen und Bürger den sechsten Rang ein.

Die CDU erhält in Rheinland-Pfalz 767.331 der insgesamt rund 2,2 Millionen gültigen Zweitstimmen und wird mit einem Zweitstimmenanteil von 35 Prozent (minus 1,9 Prozentpunkte gegenüber der Bundestagswahl 2005) erneut stärkste Partei. Dennoch handelt es sich um das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz; allerdings liegt ihr Zweitstimmenanteil um 1,2 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt der Union (CDU und CSU zusammen).

Die Christdemokraten gewinnen in Rheinland-Pfalz 13 Direktmandate, drei mehr als vor vier Jahren. Die CDU kommt auf zwei Überhangmandate.

Auch bei dieser Wahl ist die CDU wieder stark in Gebieten mit einem hohen Katholikenanteil. Dort liegt sie 4,6 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis. Sie verliert aber auch in diesen Regionen Stimmenanteile, und zwar mit 2,6 Prozentpunkten mehr als im Landesdurchschnitt.

Regional betrachtet erzielen die Christdemokraten im nördlichen Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Ergebnisse. Die höchsten Stimmenanteile für die CDU gibt es in den Verbandsgemeinden Ulmen (48,1 Prozent), Adenau (46,7 Prozent) und Altenahr (46,5 Prozent).

Die SPD erringt in Rheinland-Pfalz 520.836 Zweitstimmen und fällt damit um 10,8 Prozentpunkte auf 23,8 Prozent und somit ihren niedrigsten Zweitstimmenanteil bei einer Bundestagswahl. Der Zweitstimmenanteil der SPD in Rheinland-Pfalz übertrifft das bundesdurchschnittliche Ergebnis der Partei um 0,8 Prozentpunkte.

Die Sozialdemokraten erhalten zwei Direktmandate (drei weniger als vor vier Jahren) und sechs Listenmandate.

Traditionell ist die SPD stark in Regionen mit einem hohen Anteil an Protestanten. Dort erzielt die Partei drei Prozentpunkte mehr als im Landesdurchschnitt. Sie muss hier aber ein Minus von elf Prozentpunkten hinnehmen.

Bei der regionalen Betrachtung erzielt die SPD ihre höchsten Ergebnisse in der Verbandsgemeinde Kirn-Land (34,6 Prozent) sowie der verbandsfreien Gemeinde Kirn und der Verbandsgemeinde Kusel (jeweils 33,4 Prozent).

Die FDP erhält bei dieser Wahl in Rheinland-Pfalz 364.507 Zweitstimmen. Damit verbessern sich die Liberalen um 4,9 Prozentpunkte auf das beste Ergebnis bei einer Bundestagswahl (16,6 Prozent). Im Vergleich der Länder ist das ein überdurchschnittlicher Zweitstimmenanteil (Deutschland: 14,6 Prozent).

Die rheinland-pfälzischen Liberalen gewinnen fünf Listenmandate, ein Mandat mehr als vor vier Jahren.

Ihre besten Ergebnisse erzielt die FDP in der Verbandsgemeinde Adenau (23 Prozent) sowie der verbandsfreien Gemeinde Grafschaft und der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach (jeweils 22,3 Prozent).

Die GRÜNEN gewinnen bei dieser Wahl in Rheinland-Pfalz 211.975 Zweitstimmen. Ihr Zweitstimmenanteil erhöht sich um 2,4 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent. Damit erreichen sie ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Der Zweistimmenanteil der GRÜNEN in Rheinland-Pfalz ist um einen Prozentpunkt niedriger als ihr Bundesergebnis.

Die rheinland-pfälzischen GRÜNEN bekommen drei Listenmandate, eins mehr als noch 2005.

Ihre höchsten Ergebnisse erzielen die GRÜNEN in den Universitätsstädten Mainz (18,6 Prozent) und Trier (15,7 Prozent) sowie der Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein (15,1 Prozent).

DIE LINKE gewinnt bei der aktuellen Wahl in Rheinland-Pfalz 205.143 Zweitstimmen. Der Zweitstimmenanteil beträgt 9,4 Prozent (plus 3,8 Prozentpunkte) und ist damit um 2,5 Prozentpunkte niedriger als das Bundesergebnis der Partei.

DIE LINKE erhält drei Listenmandate, eins mehr als bei der vorangegangenen Bundestagswahl.

Im Vergleich zu ihrem Landesergebnis schneidet die Partei vor allem in Gebieten mit höherer Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich ab. Dort liegt DIE LINKE 1,5 Prozentpunkte über ihrem Landesdurchschnitt.

Ihre besten Ergebnisse erzielt die Partei DIE LINKE in den Verbandsgemeinden Altenglan (20,2 Prozent) und Glan-Münchweiler (19,4 Prozent).

Die Langfassung der Untersuchung »Bundestagswahl 2009 - Teil 1: Analyse der Ergebnisse in der Wahlnacht« steht als PDF-Datei (1.384 kB) unter www.statistik.rlp.de im Themenbereich »Analysen und Prognosen«.